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Karlsruher SC - 1. FC Kaiserslautern ( 28.02.2010 ) |
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Mittwoch, 3. März 2010 |
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Nach dem Südwest-Derby zwischen dem Karlsruher SC und dem 1. FC Kaiserslautern tauchen vermehrt kritische Stimmen gegenüber der vor dem Spiel angewandten Polizeitaktik auf. Bei der Ankunft des überfüllten Sonderzuges aus der Pfalz kam es am Karlsruher Hauptbahnhof zu einigen, dem Grunde nach für alle Anwesenden unersichtlichen, Verhaftungen. In deren Folge solidarisierte sich eine große Gruppe von FCK-Fans und wartete auf dem Ankunftsgleis, um Informationen über den weiteren Verbleib der Festgenommenen zu erlangen.
Obwohl die Fans vom Bahnhofsvorplatz ohnehin nur schleppend nach und nach mit Bussen an den Karlsruher Wildpark transportiert wurden, drängten die Beamten massiv auf die Räumung des Bahnsteiges. Als die friedlich wartende Masse dem nicht nach kam, stürmte die Polizei schließlich unter massivem Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz in die Menge. Zu diesem Zeitpunkt standen zu beiden Seiten des Gleises Züge, sodass die Fans von den Beamten durch diese Gasse in Richtung der Treppen getrieben wurden. Auch als sich die zuvor wartenden Personen angesichts des gewalttätigen Vorgehens schon entfernten, drängten die Beamten weiter die hinteren Reihen der Gruppe massiv voran. Zudem wurden weiterhin große Mengen Pfefferspray von hinten und auch seitlich aus den Fenstern der stehenden Züge auf die Menschengruppe gesprüht. Durch dieses Handeln wurde ein enormes Gedränge ausgelöst.
Der Einsatz endete für etliche Fans mit teils massiven Verletzungen im Gesichtsbereich. Es ist reines Glück, dass bei dieser Aktion niemand zu Fall kam und von der flüchtenden Menge überrannt wurde. Unverständlich ist, wie gut geschulte Polizistinnen und Polizisten eine solche Massenpanik verantworten können und durch ihr Handeln, die bei einem Derby ohnehin angespannte Atmosphäre weiter anreizen können. Es stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit eines solchen Vorgehens. Die wartenden Fans hatten weder Gewalt angewandt, noch Sachbeschädigungen verursacht. Auch als die Gruppe bereits dabei war sich zu entfernen, wurden Personen weiterhin rücksichtslos mit Reizgas und körperlicher Gewalt verletzt. Zu keinem Zeitpunkt setzten Beamten auf Deeskalation, geschweige denn Dialog. Die zuvor medial gepriesenen „Konfliktmanager“ des „Anti-Konflikt-Teams“ waren schlichtweg nicht präsent. Der „offene Brief“ der Karlsruher Polizei, der im Vorfeld für Schlagzeilen sorgte, und in dem von einem „friedliches Aufeinandertreffen“, von „Fairness“, „Sportsgeist“ und „der nötigen Gelassenheit“ um gewalttätige Aktionen zu vermeiden die Rede ist, klingt unter den Eindrücken dieses Empfangskomitees am Karlsruher Hauptbahnhof wie blanker Hohn in den Ohren der betroffenen Fans.
Fansmedia Kaiserslautern fordert die Aufklärung in dieser Sache und wünscht sich eine Belehrung der eingesetzten Kräfte. „Gewalttätige Aktionen“ gingen an diesem Derbytag nur von den unter massivem Panzerschutz vermummten Beamten aus. Ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft und nicht unerwähnt bleiben soll das zurückhaltende und damit deeskalierende Verhalten der Beamten während der Bustransfers und nach Spielende. Fansmedia Kasierslautern |